Langjährige Partnerschaft für die digitale Kulturvermittlung: Wie wir nach dem erfolgreichen Website-Relaunch 2024 nun das historische Erbe des Landes über eine nahtlose Anbindung an museum-digital zugänglich machen.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg (HdGBW) in Stuttgart ist eines der modernsten zeithistorischen Museen in Europa. Es vermittelt die facettenreiche Landesgeschichte lebendig, kritisch und partizipativ.
Nachdem wir 2024 bereits die Hauptwebsite des HdGBW erfolgreich neu konzipiert und gelauncht haben, folgte nun der nächste logische Schritt der digitalen Transformation: die Entwicklung und das Design der Digitalen Sammlung. Ziel war es, die wertvollen Exponate und Dokumente des Museums für alle Menschen digital erlebbar zu machen – barrierefrei, intuitiv auffindbar und visuell ansprechend.
Vom Web-Relaunch zur integrierten Sammlungsdatenbank
Unsere gemeinsame Reise mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg zeigt, wie eine moderne digitale Infrastruktur im Kulturbereich Schritt für Schritt aufgebaut werden muss. Der Relaunch der Corporate Website im Jahr 2024 legte das technische und gestalterische Fundament. Die neue Digitale Sammlung dockt nun nahtlos an dieses Ökosystem an.
Die Herausforderung:
Ein digitales Museumsarchiv steht vor einem Spagat: Es verarbeitet extrem tiefgehende, wissenschaftlich strukturierte Metadaten und sollte gleichzeitig für Laien absolut intuitiv und inspirierend zu bedienen sein. Folgende Kernaspekte standen daher im Fokus:
Vom Suchen zum Entdecken
Eine intuitive User Experience, die die starre Tabellen-Recherche aufbricht und stattdessen zum inspirierenden Stöbern einlädt (Serendipity-Effekt).
Schnittstellen-Komplexität
Die Exponate werden über die zentrale Plattform museum-digital eingespeist. Diese standardisierten, teils starren Datenstrukturen sollten flexibel abrufbar sein, ohne dass Ladezeiten oder die Performance im Frontend darunter leiden.
Nahtloses Design
Die Sammlung sollte visuell und konzeptionell an das 2024 von uns entwickelte UI-Design der Hauptwebsite anknüpfen und gleichzeitig Raum für eigene, sammlungsspezifische Funktionen bieten.
Barrierefreiheit
Für das Haus der Geschichte steht die Zugänglichkeit für alle Menschen – bspw. durch die WCAG-Konformität – ebenso an oberster Stelle wie für uns.
Die Lösung:
Intelligente Filterung und visuelles Storytelling. Gemeinsam mit dem Team des HdGBW haben wir eine Informationsarchitektur und ein UI-Design entwickelt, das die Exponate in den Mittelpunkt stellt. Herzstück der Digitalen Sammlung ist unsere innovative, performante Such- und Filtermethode.
Intuitive User Journey in Echtzeit
Nutzer:innen können flexibel einsteigen – über eine klassische Volltextsuche, Epochen-Filter oder thematische Schlagworte.
Suchergebnisse ohne Wartezeit
Sobald man die ersten Buchstaben eines Schlagworts eintippt, passen sich die Suchergebnisse und Filter in Millisekunden an. Dank einer intelligenten Tippfehler-Korrektur führt die Suche auch bei ungenauen Begriffen sicher zum Ziel und lädt dazu ein, tiefer in die Bestände einzutauchen.
Exponate, die Geschichten erzählen
Die Detailseiten der Objekte bieten nicht nur technische Metadaten, sondern verknüpfen historische Ereignisse und Zeitzeugenberichte zu einem lebendigen Netz aus Geschichten.
Optimal für Wissenschaft und Forschung
Die Digitale Sammlung des HdGBW ist ideal für wissenschaftliches Arbeiten strukturiert: Hochauflösende Bild-Downloads sowie standardisierte Datenexporte im LIDO- und JSON-Format ermöglichen die nahtlose Integration in Forschungsprojekte.
Das Ergebnis:
Ein lebendiges digitales Gedächtnis des Landes. Die neue Digitale Sammlung ist technisch zukunftssicher aufgestellt und setzt neue Maßstäbe in der digitalen Kulturvermittlung:

Smarte Datensynchronisation
Die Website ist über ein eigens entwickeltes WordPress-Plugin an die API von museum-digital angebunden. Das Museumsteam pflegt Exponate wie gewohnt an einer einzigen Stelle – die Website zieht sich die Updates vollautomatisch. Das verhindert doppelte Datenpflege und schont personelle Ressourcen.
Klarer Fokus auf Barrierefreiheit
Für die Umsetzung haben wir die Barrierefreiheits-Richtlinien nach WCAG 2.1 Level AA eingehalten – mit klaren Kontrasten, Screenreader-Optimierung und einfacher Tastaturbedienung.
Zukunftssicher und flexibel
Das System erlaubt es dem Museumsteam, Sammlungs-Highlights redaktionell zu kuratieren und als „Digitale Ausstellungen“ flexibel aufzubereiten – ohne Programmieraufwand.
Responsive und Mobile First
Die Erforschung der Sammlung funktioniert auf dem Smartphone genauso flüssig und visuell beeindruckend wie auf dem Desktop-Bildschirm im Forschungslabor.
NLDX Leistungen
Strategische Beratung und Konzeption
Erarbeitung der Informationsarchitektur und der Schnittstellen-Logik für die externe Datenanbindung.
UX/UI-Design
Konzeption der Benutzerführung, Wireframing und responsive Design
Frontend- und Backend-Entwicklung
High-Performance-Umsetzung von Echtzeit-Such- und Filterfunktionen (Search-as-you-type) sowie die technische Anbindung an das API-System von museum-digital.
Barrierefreiheit (Accessibility)
Umsetzung nach aktuellen Standards für digitale Zugänglichkeit im öffentlichen Raum.
WCAG 2.0
Mit den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 aus dem Jahr 2008 sollen Websites für Menschen mit Behinderungen wesentlich besser zugänglich und nutzbar sein = wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust. Die Angabe zum Level (z.B. Level AA) beschreibt die verschiedenen Barrierefreiheitsstufen.
Mobile First
Eine Strategie, in der Design und Entwicklung einer Website für mobile Endgeräte optimiert sind, sprich die Darstellung auf dem Smartphone steht an erster Stelle. Da ein Großteil der Nutzer:innen überwiegend mit dem Smartphone oder Tablet im Internet surft.
API (Schnittstelle)
Eine API (Application Programming Interface) ist eine digitale Brücke, über die verschiedene Softwaresysteme automatisiert und sicher Daten austauschen. Im Museumskontext sorgt die API dafür, dass die Exponatdaten nicht doppelt gepflegt werden müssen: Sie zieht die Objektdaten, Beschreibungen und hochauflösenden Medien direkt aus der zentralen Museumsdatenbank und spielt sie performant auf der Website aus. Dadurch bleibt die Digitale Sammlung im Web immer aktuell, ohne die internen Archivsysteme zu belasten.
Serendipity-Effekt (Glücksfund-Prinzip)
Der Moment, in dem man etwas findet, das man gar nicht gesucht hat – und das sich als echter Glücksgriff herausstellt.
In der Digitalen Sammlung kann das bedeuten: Beim Stöbern nach einem bestimmten historischen Ereignis stoßen Sie plötzlich auf ein ganz anderes, faszinierendes Foto oder Dokument, von dessen Existenz Sie bisher nicht wussten. Unsere Suche ist so gestaltet, dass sie solche überraschenden Entdeckungen bewusst fördert.